Fotobeweis: Der Fischotter ist an das Steinhuder Meer zurückgekehrt
Geschrieben von Region Hannover
Mittwoch, 9. Juni 2010
Hannover/Wunstorf/Neustadt
- Um
4:55 Uhr schnappte die Fotofalle zu: Seit dem frühen Morgen des 15. Mai 2010 steht
zweifelsfrei fest, dass der Fischotter an das Steinhuder Meer zurückgekehrt
ist. Die Aufnahme des Tieres wurde aber erst dieser Tage, bei der Auswertung
der Daten der automatischen Kamera, entdeckt.
„Die dokumentierte Rückkehr dieser
gefährdeten Art ist ein ermutigendes Zeichen für den Naturschutz in der Region Hannover",
freute sich Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region: „Der Fischmarder
stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum. Dass er beginnt, sein altes Revier
zurückzuerobern, zeigt einmal mehr, warum sich die jahrelangen Bemühungen um
den Naturschutz am Steinhuder Meer gelohnt haben."
Lutra lutra, so der wissenschaftliche Gattungsname
des Fischmarders, war ursprünglich in ganz Europa weit verbreitet. Vor allem durch
die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Kanalisierung von Fließgewässern
stand er in weiten Teil Europas wie auch am Steinhuder Meer vor dem Aussterben.
Im Straßenverkehr überfahrene und in Fischreusen ertrunkene Otter dezimierten
den Bestand zusätzlich. Durch konsequenten Schutz des Otters und Entwicklung
der Gewässer und Auen breitet sich diese Art sei Ende der 1980er Jahre nun
landesweit von Osten langsam wieder aus.
Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2007 wird der Otterbestand in
Niedersachen auf ca. 400 bis 600 Otter geschätzt. Da die Tiere nachtaktiv und
extrem scheu sind, gelingt es jedoch kaum, sie in freier Wildbahn zu
beobachten. Der große Wassermarder ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie
verzeichnet und damit streng geschützt.